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Gegen jede Regel

05.08.2013 09:58 von Matze Koch

Gegen jede Regel

Es gibt Angeltage, da kann man das ganze Regelwerk zerreißen. Dann heißt es: flexibel bleiben!

­Faustregeln sind grundsätzlich wichtig! Ich beginne meine Angeltage fast immer danach auszurichten. Und dennoch muss man stets auch flexibel bleiben!

 

Wie führen Sie einen Wobbler? Sicher variantenreich, wie in unzähligen Artikeln (auch von mir) empfohlen. Aber wie wäre es denn mal mit einem stur gleichmäßigen Einkurbeln, ohne jede Raffinesse? Einfach durchleiern! An schwierigen Tagen stehen die Fische nämlich genau darauf. Dazu gehört auch, im Winter den Köder mal schnell statt übertrieben langsam zu führen.

 

Bei Nordwind beißt gar nichts mehr? Das mag oft zutreffen, aber eben nicht immer. Eine meiner besten Karpfennächte erlebte ich bei Nordostwind.

 

Friedfischfutter soll leicht und fluffig sein und eine möglichst große Lockwirkung entfalten? Natürlich. Aber was, wenn Kleinfische einem das Leben schwer machen? Dann kann weniger mehr sein, und eine bombenfeste Kugel aus Paniermehl ohne jeden Lockstoff bringt die besseren Fische an den Haken.

 

Karpfen fressen am Grund? Ja, meistens tun sie das. Ich habe aber Ansitze erlebt, da ging am Grund gar nichts, weil die Fische zumindest tagsüber an der Oberfläche aktiv waren.

 

Auflandiger Wind verheißt gute Fänge? Zumindest sorgt er für viel Sauerstoff im Wasser, und die Nahrungspartikel werden ans eigene Ufer gedrückt. Doch was, wenn im Winter der Wind die eisigen Oberflächenschichten auf eine Seite drückt? Dann wird das kalte Wasser irgendwann nach unten gedrückt. Infolge dessen drückt auf der windabgewandten Seite wärmeres Wasser aus der Tiefe nach oben. Die Regel wird auf den Kopf gestellt.

 

Trübes Wasser - greller Köder/klares Wasser - natürliche Farben? Ja, auch an dieser Regel halte ich normalerweise fest. Wenn es aber mal nicht läuft, ist meist meine Frau diejenige, die unverkrampfter an die Sache rangeht und - mehr als einmal mit Erfolg – einen knallroten Jerkbait durch glasklares Wasser kurbelt.

 

Man soll sich ganz auf seine Zielfischart konzentrieren, wenn man die größten ihrer Art fangen will? Richtig. Trotzdem behalte ich die Augen auf. Denn Gelegenheiten soll man nutzen, zum Beispiel wenn es eigentlich auf Raubfische gehen soll, sich aber plötzlich ein großer Spiegelkarpfen an der Oberfläche zeigt.

 

Bevor Sie aber jetzt anfangen, jede Regel nach Belieben zu brechen, möchte ich drauf aufmerksam machen, dass einige immer (!) gültig sind. Haken zum Beispiel müssen stets superscharf sein!

 

Euer Matze Koch

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